Das Schweizer Haus Hadersdorf (SHH) ist eine Einrichtung für Stationäre, Dezentrale und Ambulante Drogentherapie. Wir verfolgen das Ziel, durch Beratung, ärztliche Behandlung und kurz- und mittelfristige Therapien suchtkranken Menschen auf ihrem Weg zu Drogenabstinenz und bei der Resozialisierung zu helfen.
Zur Erreichung dieses Ziels steht ein erfahrenes Team zur Verfügung: ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, PsychotherapeutInnen, PsychologInnen und ArbeitstherapeutInnen. Diese ermöglichen sowohl eine stationäre und eine darauf folgende intensive dezentrale Betreuung, als auch eine ambulante Betreuung.
Das therapeutische Angebot des SHH ist auf kurz- bis mittelfristige Betreuungen ausgerichtet. Die auf ein Jahr angelegte Therapie ist unterteilt in sechs Monate stationäre Behandlung und weitere sechs Monate mit dezentraler Betreuungsstruktur. Gerade wegen der Kürze der stationären Versorgung wird dabei ein grosser Wert auf vorbereitende und nachsorgende Massnahmen sowie auf soziale Reintegration mit wohn- und arbeitsmässiger Versorgung gelegt.
Die Betreuungsangebote stehen in Verbindung mit Aus- und Fortbildungsmassnahmen, was das Heranführen an selbständiges Arbeiten und Wohnen unterstützt.
Ein wichtiger Aspekt ist die Förderung der Lebensqualität. Es geht um die Vermittlung von Alltagskompetenz, d.h. Gesundheitsförderung, (Wieder-)Erlernen der Techniken des alltäglichen Lebens, Ernährungsberatung, Kreativität, Bildung, Freizeitgestaltung usw.
Das SHH ist eine der wenigen Einrichtungen Europas, die auch Menschen offen steht, die sich in einem Substitutionsprogramm befinden, sowohl im stationären wie im halbstationären Bereich. Das Ziel ist Abstinenz, doch zeigt die Erfahrung, dass dies oft nur in Etappen erreichbar ist.
Flexibilität: Das Konzept des SHH sieht keine sog. Betreuungskette vor, sondern man/frau kann entweder das gesamte Therapieprogramm durchlaufen, oder direkt in die dezentrale oder ambulante Betreuungsform einsteigen, oder je nach Behandlungsverlauf flexibel zwischen den verschiedenen Settings wechseln. Welche Form von Betreuungsdichte jeweils zum Tragen kommt, orientiert sich an den konkreten Bedürfnissen der KlientInnen. Keine Drogentherapie verläuft linear, sondern stabile Phasen werden immer wieder von krisenhaften Abschnitten unterbrochen. Damit es weder zu einer Über- noch Unterversorgung kommt, gibt es die unterschiedlich dichten Betreuungsformen. Während der dezentralen Phase ist im Krisenfall jederzeit ein flexibler kurzfristiger Wechsel zurück ins stationäre Setting möglich, ohne dass die therapeutische Kontinuität unterbrochen wird.
Nach Ablauf eines Jahres sollen die KlientInnen in eine normale Wohn- und Arbeitssituation wechseln können. Dies schliesst nicht aus, dass sich einige weiterhin noch in Substitutionsbehandlung befinden oder die betreute Wohnphase in einigen Fällen auch länger dauern kann. Es besteht auch die Möglichkeit einer Weiterbetreuung in ambulanter Form.
Mit diesem vergleichsweise niederschwelligen Konzept gelingt es, auch jenen suchtkranken Menschen eine intensive therapeutische Behandlung zu ermöglichen, die sonst oft nicht erreicht werden.